Das „Projekt Sehnsucht“ gibt es bereits seit nahezu zehn Jahren und das Engagement der Personen, die dieses Projekt mitgestalten ist ungebrochen. Vieles konnte in diesen Jahren schon erreicht werden – vor allem eine Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung der vier Gemeinden.
Das “Projekt Sehnsucht“, eine Initiative zur Suchtvorbeugung, wurde 1999 ins Leben gerufen. Es wird gemeindeübergreifend in den 4 Gemeinden der Region Graz-Umgebung Nord Eisbach-Rein, Gratwein, Gratkorn und Judendorf-Straßengel durchgeführt und setzt sich aus einem ehrenamtlichen, interdisizplinären Team (PädagogInnen, ÄrztInnen, Exekutive, SozialarbeiterInnen, GemeindevertreterInnen und Privatpersonen) zusammen.
Von 1999 bis 2002 wurde das Projekt von VIVID, der Fachstelle für Suchtprävention, begleitet. Die Fachstelle stellte für das Projekt die Koordination und fachliche Begleitung. Viele größere und kleinere Projekte sind in diesen Jahren durchgeführt worden u.a. eine Befragung von über 1000 GemeindebürgerInnen zum Thema „Lebenszufriedenheit“, ein Projekt zum Thema „Kein Alkohol an Jugendliche unter 16“, ein Kinderbuch zum Thema Suchtvorbeugung, ein Schulprojekt zum Thema „Verzicht“, Lehrerfortbildungen, Elternabende, Vorträge und vieles mehr.
Seit September 2004 wurde blue|monday gesundheitsmanagement mit der Projektleitung und –koordination beauftragt, da Vivid zum damaligen Zeitpunkt keine Gemeindeprojekte begleitete. Durch blue|monday gesundheitsmanagement ist es nun möglich, eine regelmäßige Betreuung und Organisation des Projektes zu gewährleisten, damit alle aktiven und freiwilligen MitarbeiterInnen des Projektes, die vom Thema und der Sache überzeugt sind, als MultiplikatorInnen wichtige suchtvorbeugende Arbeit leisten können.
Im Jahr 2005 konnte vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt einiges erreicht werden. Auf allen Homepages der Gemeinden finden sich Informationen des Projektes, ein Folder wurde erstellt und durch öffentliche Vorträge wurde die Bevölkerung auf die Thematik von Suchtmittelmissbrauch aufmerksam gemacht. Durch Plakataktionen von SchülerInnen wurde auf das Jugendschutzgesetz und die Thematik Alkohol hingewiesen.
Im Jahr 2006 wurden interessante Vorträge, u.a. mit der Polizei zum Thema „Alkohol im Straßenverkehr“, ein Bücherkoffer für die Volksschule herausgegeben und ein Banner für Veranstaltungen erstellt. Es fanden Vernetzungstreffen statt, die vor allem dem Austausch und der Planung von Aktivitäten dienten.
In den Jahren 2007 und 2008 wurde das Angebot der Unterstützung durch das Projekt für regionale Teilprojekte wie Feste, Schulveranstaltungen, Vorträge etc. gut genutzt. Das Projekt Sehnsucht hat sich etabliert. Es wird als Drehscheibe und „Ansprechperson“ für das Thema Sucht und Gesundheitsförderung von den Einrichtungen der Region und der Bevölkerung erlebt. Schulen, Kindergärten, Gemeinden, Jugendeinrichtungen gestalten autonom Projekte im Bereich der Suchtprävention und sehen das Projekt Sehnsucht als wichtigen Partner in der Umsetzung ihrer Vorhaben.
Im Wintersemester 2008/2009 fand in den beiden Gemeinden Eisbach- Rein und Gratwein einmal pro Woche ein Eltern-Kind-Turnen mit Elternteil für Kinder ab 2 Jahre in den jeweiligen Turnsälen der Volksschulen statt. Das Projekt Sehnsucht hat sich in diesem Schuljahr dazu entschlossen, ein Hauptaugenmerk auf das Kleinkindalter zu legen, da bereits hier die Grundlagen für Teamfähigkeit, Verhalten in der Gruppe und die eigene Körperwahrnehmung auf spielerische Art und Weise erlernt werden können. Auch für die Eltern bieten diese wöchentlichen Treffen eine Möglichkeit, sich mit anderen Eltern auszutauschen.
Am 26.Mai findet in der VS Judendorf-Straßengel ein Impulsvortrag von Frau Minixhofer – einer akademischen Kommunikationstrainerin und Gesundheitspädagogin, mit dem Titel MIKIWA – mit Kindern wachsen statt. Für alle Interessierten findet dann im Herbst eine Seminarreihe an fünf Abenden für Eltern und alle anderen Menschen, die Kinder ein Stück ihres Lebens begleiten, statt.
Im Jahr 2009 werden die Treffen als „Stammtische“ weitergeführt und sollen somit Möglichkeiten des Austausches dienen. Eine Projektgruppe wird sich mit einem Maßnahmenplan zum Thema „Was tun, wenn Sucht ein Problem in meiner Gemeinde/Schule/Einrichtung… wird?“ befassen und eine Art „Notfallsplan“ entwerfen. Somit ist gewährleistet, dass das Projekt Sehnsucht bei Bedarf jederzeit reagieren und unterstützen kann.